1958-1966

Die Feiern zum 50jährigen Bestehen der Jürgen-Fuhlendorf-Schule wurden vom 28. bis 30. April 1958 begangen. Nach einem gemeinsamen Gottes­dienst der ganzen Schulgemeinde in der Maria-Magdalenen-Kirche und einer Gefallenenehrung für die im 2. Weltkrieg gebliebenen ehemaligen Schüler der Schule, bei der die heute in der Pausenhalle hängenden eiche­nen Gedenktafeln zusammen mit der Holzplastik des Segeberger Künstlers Otto Flath enthüllt wurden, fand am 29. April das Jubiläum seinen Höhe­punkt in einem Festakt im Kaisersaal. An ihm nahmen Vertreter des Kul­tusministeriums (Oberschulrat Theune), Angehörige des Gründers der Schule, des Pastors Ernst Hümpel, Elternvertreter, ehemalige Schüler und Freunde sowie die Schüler der ganzen Schule teil. Den Festvortrag hielt der damalige Schulleiter, Oberstudiendirektor Dr. Ernst Neumann, unter dem Thema „Vom Sinn und Geist der heutigen höheren Schule“. Besonders eindrucksvoll war die Rede des 84jährigen ehemaligen Leiters der Schule, Dr. Dietrich Heine, der die Entwicklung der Schule von 1908 bis 1958 unter den lateinischen Spruch „Per aspera ad astra“ stellte. Nachdem am Abend die Laienspielgruppe das Stück „Der Sturm“ von Shakespeare aufgeführt hatte, klang das Schuljubiläum am 30. April mit einem Schulfest für alle Schüler und einem Festball aus, der bis in den Morgen des 1. Mai, des Tages, an dem 50 Jahre vorher die erste Unterrichtsstunde der späteren „Jürgen-Fuhlendorf-Schule“ stattgefunden hatte, andauerte.
Wenn man die Geschichte der Schule in den letzten 25 Jahren betrachtet, läßt sie sich in drei Abschnitte zergliedern, in denen - mehr zufällig -jeweils ein anderer Schulleiter an der Spitze der Schule stand. Der erste Abschnitt unter Oberstudiendirektor Dr. Neumann dauerte bis zum 31. März 1966 und endete mit seiner Verabschiedung und der Übernahme der Schulleitung durch den bisherigen Oberstudienrat an der Holstenschule in Neumünster, Herrn Johannes Hillmann. Der zweite Abschnitt umfaßt dann die Zeit unter Oberstudiendirektor Hillmann und dauerte bis zum 31. August 1972. Am 1. September 1972 beginnt der dritte Abschnitt. Wäh­rend dieser Zeit stand die Schule zunächst unter der kommissarischen Leitung von Studiendirektor Hans Wilhelm Meyer, ab 20. Februar 1973 unter der Leitung von Oberstudiendirektor Dr. Ulrich March, bis dahin Oberstudienrat an der Ricarda-Huch-Schule in Kiel.
Die fast acht Jahre vom Schuljubiläum bis zur Verabschiedung des da­maligen Schulleiters waren gekennzeichnet durch eine relative Ruhe im Schulgeschehen und durch einen scheinbar unaufhaltsamen politischen und wirtschaftlichen Aufschwung in Staat und Gesellschaft. Wie das Leitwort Dr. Heines „Per aspera ad astra“ in seiner Rede zum Schuljubi­läum hatte erkennen lassen, war die Meinung vorherrschend, daß man für die Schule in der damaligen Zeit eigentlich alles erreicht hatte, was mög­lich war, und daß die im weiteren Verlauf sich ergebenden neuen Wünsche bei der derzeitigen allgemeinen Lage leicht würden erfüllt werden kön­nen. Die wirtschaftliche Lage der Lehrkräfte war gesichert, die so bedrückende Schulraumnot schien durch die Baumaßnahmen der vergangenen Jahre überwunden. Die Schülerzahl blieb zunächst im wesentlichen konstant bei etwa 400, erreichte dann zu Beginn des Schuljahres 1965/66 aber schon die Zahl 470, was vor allem auf die erheblich höhere Zahl von Neuanmeldungen von Sextanern zurückzuführen war. Erstmals in der Geschichte der Jürgen-Fuhlendorf-Schule war es notwendig, drei Sexten einzurichten.
Hier werfen bereits die kommenden Ereignisse ihre Schatten voraus, ohne daß man damals schon die ganze Tragweite der Entwicklung erkannte. Im Jahre 1964 hatte der Heidelberger Professor Georg Picht mit seiner Schrift „Die deutsche Bildungskatastrophe“ die Politiker und Pädagogen der Bundesrepublik Deutschland aufgeschreckt. Picht hatte die Situation in Deutschland auf dem Gebiet der Bildung und Ausbildung sehr pessi­mistisch beurteilt und u. a. gefordert, die Zahl der Abiturienten und Stu­denten erheblich zu erhöhen, mit der Begründung, daß die Bundesrepu­blik Deutschland im Vergleich mit anderen Industriestaaten die niedrigste Zahl an angehenden Akademikern aufzuweisen habe. Dies müsse auf längere Sicht zu einer katastrophalen Benachteiligung der Deutschen im internationalen Wettbewerb führen. Die nun beginnende Diskussion in der Öffentlichkeit kam zwar überwiegend zu dem Schluß, daß die von Picht vertretenen Auffassungen über eine Bildungskatastrophe in Deutsch­land übertrieben waren, führten aber doch in weiten Bevölkerungsschich­ten - gefördert durch die neuen Medien - zu lebhaften Auseinanderset­zungen über den Wert höherer Bildung und schließlich zu einem im ganzen erfreulichen Abbau der Zurückhaltung auch gegenüber den höheren Schulen.
So stiegen von nun an die Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen, besonders auch im ländlichen Bereich, zu dem auch der Einzugsbereich unserer Schule gehört, sprunghaft an. Das Ergebnis war für die Jürgen-Fuhlendorf-Schule die schon erwähnte Notwendigkeit der Einrichtung von drei Sexten zu Beginn des Schuljahres 1965 / 66 und damit der Beginn der Drei-zügigkeit für die ganze Unter- und Mittelstufe. Nimmt man die seit 1956 auch in unserer Schule eingeführte Trennung in einen sprachlichen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig in der Oberstufe hinzu, so ergibt sich, daß der für höchstens 15 Klassen konzipierte Erweiterungsbau allmählich nicht mehr ausreichte. Zwar waren die Oberstufenklassen zunächst noch zahlenmäßig schwach und konnten in vielen Fächern als geschlossener Jahrgang unterrichtet werden, doch zeigt schon der Jahresbe­richt der Schule über das Schuljahr 1959 / 60, daß die Einrichtung von Wanderklassen, ein Zustand, den man für überwunden gehalten hatte, wieder notwendig geworden war.
Hinzu kam, daß durch die Einrichtung eines mathematisch-naturwissen­schaftlichen Zweiges die Kapazität der Fachräume in keiner Weise mehr ausreichte. Schon in der Festschrift zum 50jährigen Jubiläum hatte der an der Schule tätige Studienrat Wangerin auf Mängel in der Ausstattung für den naturwissenschaftlichen Unterricht hingewiesen, als die Folgen der Oberstufengabelung noch nicht zum Tragen gekommen waren. Jetzt begann deutlich zu werden, wie recht er gehabt hatte. Mit zwei Räumen für den Unterricht in drei naturwissenschaftlichen Fächern war auf die Dauer ein moderner Unterricht nicht möglich.
So liefen bereits ab 1959 - von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt -die ersten zaghaften Bemühungen an, einen neuen Erweiterungsbau für die Schule zu schaffen. Ab 1963 ist dann die Rede von einem vollständigen Neubau der Schule. 1965 wagt der damalige Schulleiter die Voraussage, daß der Neubau 1968 fertig sei. Doch erst unmittelbar vor dem Ende der Amts­zeit Dr. Neumanns, am 3. Februar 1966, wird das für den Neubau vorgese­hene 2,7 ha große Grundstück zwischen Düsternhoop und Großenasper Weg erworben. Damit aber waren die Vorbereitungen für den Neubau zunächst beendet, und Dr. Neumann schließt seinen letzten Jahresbericht 1966 mit der pessimistischen Feststellung: „Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten des Landes Schleswig-Holstein hat die Regierung in Kiel das für unser staatliches Gymnasium grundsätzlich genehmigte Bauvor­haben vor kurzem auf unbestimmte Zeit verschoben.“

Kontakt

Jürgen-Fuhlendorf-Schule

Düsternhoop 48
24576 Bad Bramstedt

Tel. 04192/879630
Fax 04192/879646

E-Mail: jfs.bad-bramstedt[at]schule.landsh.de

IMPRESSUM

demnächst

Do 16.08.
Sommerferien
Fr 17.08.
Sommerferien
Sa 18.08.
Sommerferien
So 19.08.
Sommerferien
Mo 20.08.
1. Schultag nach den Sommerferien
Go to top