1966-1972

Am 25. März 1966 wurde der Oberstudiendirektor Dr. Neumann feierlich verabschiedet und trat nach Vollendung des 65. Lebensjahres in den Ruhe­stand. Mit dem 1. April übernahm dann der bisherige Oberstudienrat Johannes Hillmann aus Neumünster die Schulleitung, die er bis zum 31. August 1972 innehatte.
Waren die letzten Jahre unter der Leitung Dr. Neumanns eine Zeit relativer Ruhe gewesen, so ist die Zeit des Direktorats des Oberstudiendirektors. Hillmann eine Zeit der Unruhe und des Wandels. Politisch ging die Regie­rungszeit des Bundeskanzlers Ludwig Erhard zu Ende, und es folgte am Ende des Jahres 1966 in Bonn die Bildung der großen Koalition. An ihr entzündete sich die schon latent vorhandene Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen in unserem Staat. Diese Kritik war schon längere Zeit vor allem von Intellektuellen geübt worden, die dem 1949 ent­standenem Staat „Bundesrepublik Deutschland“ und seiner Gesellschaft eine zu starke Betonung des rein materiellen Wohlergehens vorgeworfen hatten. Sie hatten darüber hinaus häufig die - ihrer Meinung nach - zu starke Westintegration der Bundesrepublik kritisiert und eine Regelung der Beziehung zum Osten vermißt. Durch diese Politik der bisherigen Bundes­regierungen sei eine Wiedervereinigung Deutschlands unmöglich gewor­den. Ganz allgemein wurden die politischen und gesellschaftlichen Struk­turen unseres Staatswesen als „verkrustet“ bezeichnet und der Regierung „Immobilismus“ in wichtigen Fragen vorgeworfen. Nach Gründung der großen Koalition in Bonn hielt man jegliche wesentliche Veränderung für nahezu ausgeschlossen.
Alle diese Strömungen wurden von Teilen der Studentenschaft aufgenom­men. Für sie trat die Kritik an der Bildungspolitik in den Vordergrund. Zum Teil beeinflußt durch die Thesen Pichts, forderten die Studenten ei­ne massive Erweiterung der Bildungsmöglichkeiten, die Vermehrung der Zahl der Abiturienten und Studenten, den Bau neuer Hochschulen und die materielle Förderung auch der weniger Bemittelten. Von den Ge­danken bestimmter Studentengruppen beeinflußt, daß die derzeitige Begrenzung der akademischen Bildung von den „Herrschenden“ gewollt sei, um durch das Fernhalten der höheren Bildung von den breiten Schich­ten der Bevölkerung das bestehende System zu „zementieren“, forderten Studenten eine umfassende Bildungsreform und eine Reform der Universitätsverfassungen und der Schulen. Diese Reformen müßten, um wirk­lich durchgreifend zu sein, mit wesentlichen Reformen von Staat und Gesellschaft einhergehen. In einem Staat wie der Bundesrepublik Deutsch­land seien die notwendigen Reformen im Bildungswesen nur möglich, wenn ihnen grundlegende Änderungen des gesamten Staatswesens voraus­gingen.
So kam es damals zu ausgedehnten Unruhen in den Universitätsstädten, zu Störungen des Lehrbetriebs und zum Teil auch zu gewaltsamen Ausschrei­tungen. Von den Studenten griffen diese Gedanken auf ältere Schüler der höheren Schulen über, so daß auch die Schule mit Forderungen nach durchgreifenden Reformen konfrontiert wurde.
Obwohl die genannten politischen Auseinandersetzungen Bad Bramstedt zunächst noch nicht erreichten, wurde doch schon die Anfangszeit der Schulleitung von Herrn Hillmann durch Unruhe im Schulleben geprägt.
Mit dem Schuljahr 1967/68 sollte der jeweilige Schuljahreswechsel vom 1. April auf den 1. August verlegt werden, so daß die Großen Ferien von diesem Zeitpunkt an die Schuljahre trennen sollten. Um diese Terminum­stellung zu erreichen, wurde in Schleswig-Holstein - wie in den meisten Bundesländern - die Zeit vom 1. April 1966 bis zum 31. Juli 1967 in zwei sogenannte Kurzschuljahre aufgeteilt. So begann das erste Kurzschuljahr mit dem 1. April und endete am 30. November 1966, das zweite schloß sich dann am 5. Dezember an, um dann zum 1. August 1967 wieder in ein normales Schuljahr einzumünden.
Diese Umstellung des Schuljahres und die Einrichtung der Kurzschuljahre bedeuteten eine ungewöhnlich starke Belastung des Kollegiums und der Schülerschaft. Alle Termine, die sonst in zwei vollen Jahren wahrgenom­men werden mußten, waren jetzt innerhalb einer viel kürzeren Zeit einzu­planen. So fanden zwei Reifeprüfungen, zwei Übergangsprüfungen in die Sexta, zwei Versetzungskonferenzen usw. statt. Die Schülerzahl stieg in diesem Zeitraum weiter sprunghaft an, so daß im Kurzschuljahr 1966/67 bereits die gesamte Unterstufe dreizügig geführt werden mußte. Die Zahl der Schüler, die am 1. Mai 1965 noch 470 betragen hatte, stieg zum 1. Mai 1966 auf 539 (14,7%), zum 15. Januar 1967 gar auf 613 (13,7%). Diese 613 Schüler waren in 22 Klassen aufgeteilt, für die nur 14 eigentliche Klassenräume zur Verfügung standen.
Zu Beginn des neuen regulären Schuljahres 1967/68 (Stichtag 1. Septem­ber 1967) war eine weitere Steigerung der Schülerzahl im Vergleich zum Vorjahr auf nunmehr 648 zu verzeichnen, was einen erneuten Zuwachs von 5,7% bedeutete. Jetzt mußten sogar 23 Klassen eingerichtet werden. Die Raumnot an der Schule hatte mit Beginn des neuen Schuljahres allerdings vorerst ihren Höhepunkt überschritten. Auf Initiative des Schulleiters konnten am ersten Schultag acht Pavillonklassen auf dem für den späteren Neubau der Schule vorgesehenen Gelände am Düsternhoop in Betrieb genommen werden, so daß jetzt fast jede Klasse ihren eigenen Raum besaß.
Doch so groß auch die Erleichterung von Lehrern und Schülern sein mochte, daß die Frage der Raumbeschaffung auf diese Weise gelöst war, so wurde dieser Vorteil fast aufgewogen durch die damit neu auftreten­den Schwierigkeiten und Belastungen. Das Hauptgebäude Am Bahnhof 16 und die neuen Pavillonbauten lagen knapp einen Kilometer auseinander. So mußten die Pausen für die betroffenen Lehrer und Schüler oft dazu benutzt werden, bei jeder Witterung von einem Gebäude in das andere zu wechseln. Die kurzen Pausen reichten dafür kaum aus. Es kam daher oft zu Verzögerungen im Unterrichtsbeginn. Die Frage der Sicherheit für die Schüler trat auf, wenn sie während der Pause die Gebäude wechselten und dabei u. a. die Straße Landweg überqueren mußten. Zwar wurden weit­gehend Schüler der Unterstufe in den Pavillons untergebracht, weil sie am wenigsten Fachunterricht erhielten, der in den Sonderräumen Am Bahn­hof erteilt wurde, zwar wurde durch die Stundenplangestaltung versucht, die Wechsel an einem Tag so gering wie möglich zu halten, doch blieb die Belastung gerade für die jüngeren Schüler erheblich. Die Lehrer waren auf die Benutzung ihres eigenen Pkws angewiesen, um pünktlich zum jeweiligen Unterrichtsbeginn zur Stelle zu sein. Der Verlust von echten Pausen für die zwischen den beiden Schulgebäuden pendelnden Lehrer und Schüler sowie die dadurch bedingte Vermehrung der Aufsichten für die übrigen Lehrkräfte bedeuteten eine zusätzliche Beanspruchung. Für diese Sonderbelastungen wurde zunächst weder ein zeitlicher, noch ein finanzieller Ausgleich gewährt. Zu alledem kam noch die Sorge bei Lehrer, Eltern- und Schülerschaft, daß dieser Zustand lange anhalten könne und daß man nach Regelung der schlimmsten Raumnot den Beginn des Neubaus immer weiter hinausschieben könne, weil die finanzielle Situa­tion des Landes auch damals bereits schwierig war. Es kam alles darauf an, den Übergangscharakter der gefundenen Raumlösung immer wieder zu betonen und die maßgeblichen Stellen zu veranlassen, den Neubau mög­lichst bald in Angriff zu nehmen.
Schließlich bedeutete auch der steigende Lehrermangel für die Schule eine erhebliche Belastung. Die Zahl der an der Schule beschäftigten Lehrkräfte konnte mit der zunehmenden Schülerzahl in keiner Weise Schritt halten. So wurden zu Beginn des Schuljahres 1968 / 69 insgesamt 158 Wochenstun­den nicht erteilt, davon 68 in den wissenschaftlichen Fächern.
Im Laufe des Jahres 1968 erreichte die in den Schulen größerer Städte schon länger herrschende Unruhe auch die Jürgen-Fuhlendorf-Schule. Diese verspätete Entwicklung lag wohl einmal an der räumlichen Ferne der Kleinstadt Bad Bramstedt von den großen Universitätsstädten, zum ande­ren möglicherweise auch an der in der Schule herrschenden Atmosphäre, in der der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern traditionell überwiegend erfreulich eng war. So hatte der Sprecher der abgehenden Abiturienten 1960 die Verhältnisse an der Schule sehr positiv gewertet und u. a. erklärt, daß sich das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler allmählich einer echten Partnerschaft nähere. An die Stelle der Amtsautorität trete mehr und mehr die natürliche Autorität, die in der inneren Reife, der wissens­mäßigen Überlegenheit, in der Geduld und dem Wohlwollen des Älteren ihren Ursprung habe. Auch wenn man berücksichtigt, daß diese Feststel­lungen bei einer Entlassungsfeier getroffen wurden, bei der aus Höflichkeit und Takt vielleicht manches positiver dargestellt worden ist als es wirklich empfunden wurde, so bleibt doch immer noch genügend Erfreuliches über den Geist an der Jürgen-Fuhlendorf-Schule erhalten.
Die Unruhe, die von einem Teil der Schüler ausging, begann mit einer Flugblattaktion gegen die Entscheidung des Schulleiters, eine Teilnahme der Schüler an der Übertragung der Debatte des Bundestages über die Ver­abschiedung der Notstandsgesetze nicht zuzulassen. Als Begründung für diese Entscheidung wurde geltend gemacht, daß andere Gleichaltrige, die nicht mehr die Schule besuchten, ein solches Recht ebenfalls nicht zugebil­ligt bekommen könnten und daß außerdem eine Information auch außer­halb der Unterrichtszeit in ausreichendem Maße möglich sei. (An einer Veranstaltung der SMV zu diesem Thema an einem Nachmittag kurz vor der Flugblattaktion, auf der ein den Jungsozialisten angehörender Jura­student gesprochen hatte, hatten von allen Schülern der Schule nur fünf [!] teilgenommen.) Im Laufe der Zeit formulierten einige Schüler ihre Forde­rungen, wobei sie vieles von dem wiederholten, was an anderen Schulen bereits gefordert worden war und seitdem die öffentliche Diskussion beschäftigte: Teilnahme von Schülern an Schulkonferenzen, Mitwirkung bei der Zensurengebung, den Lehrplänen und der Lehr- und Lernmittelbeschaffung, Aufhebung des Rauchverbots für Schüler, der „Zensur“ der Schülerzeitungen und zum Teil auch eine radikale Änderung der Lern­inhalte. Trotz der teilweise sehr gegensätzlichen Standpunkte zwischen den genannten Schülern und der Lehrerschaft blieben schwere Zwischenfälle und Konflikte eine Ausnahme, Schüler und Lehrer blieben immer ge­sprächsbereit, und manche Vorschläge von Seiten der Schüler waren durch­aus konstruktiv. Die meisten der genannten Forderungen sind heute erfüllt, obwohl man in manchen Fällen über deren Sinn streiten kann. Die Schule hat vielfach aber auch von den neuen Gedanken profitiert. Der Umgangs­ton zwischen den drei am Schulleben beteiligten Gruppen - Lehrer, Eltern, Schüler - ist zweifellos lockerer und offener geworden, und auch das Verhältnis zwischen Lehrkräften und vorgesetzten Behörden hat sich erfreulich verändert. Positiv zu werten ist ganz sicher auch die Locke­rung des Verfahrens bei der mündlichen Abiturprüfung. Einen unerfreulichchen Höhepunkt erreichte die Unruhe unter der Schülerschaft, als einige unbekannt gebliebene Schüler die Ehrentafeln für die Gefallenen von den Wänden rissen.
Der Beginn des Schuljahres 1969/70 stand im Zeichen der Errichtung der Zweigstelle unseres Gymnasiums in Kaltenkirchen, wo zu Beginn des Schuljahres je zwei Sexten und Quinten eingerichtet wurden, die zunächst in einem neuerbauten Flügel der dortigen Volksschule untergebracht wur­den. Die Lehrkräfte für die vier Klassen wurden zum Teil von Pensionären und Lehrkräften gestellt, die in Kaltenkirchen wohnten und zum Teil noch an anderen Schulen unterrichteten. Die Leitung der Zweigstelle Kaltenkirchen übernahm Oberstudienrat Friedrich Schneider, der bisher an der Jürgen-Fuhlendorf-Schule tätig gewesen war. Kurz nach der Errichtung der vier Klassen wurde in Kaltenkirchen auch mit dem ersten Bauabschnitt für ein neues Gymnasium begonnen, das dann in einigen Jahren selbständig und von der Jürgen-Fuhlendorf-Schule in jeder Hinsicht unabhängig sein sollte. Die Errichtung des Gymnasiums in Kaltenkirchen bedeutete einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Jürgen-Fuhlendorf-Schule. Ein gro­ßer Teil der Schülerschaft, die bisher täglich mit der AKN von Quickborn, Harksheide, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen und Umgebung nach Bad Bramstedt gekommen waren, würde sich künftig nach Kaltenkirchen orien­tieren. Die Schülerzahl in Bad Bramstedt würde sich drastisch verringern. Tatsächlich trat auch schon zu Beginn des Schuljahres eine Verringerung der Schülerzahl ein (Beginn 1968: 681 Schüler, Anfang 1969: 653 Schüler). Diese Verringerung bedeutete zweifellos eine Entlastung des Bad Bramstedter Gymnasiums, wenn diese auch nur von kurzer Dauer war. Eine erhebliche zusätzliche Belastung für das Kollegium der Jürgen-Fuhlendorf-Schule aber war die Versorgung der neuen Zweigstelle mit Lehrern, die mit den vorhandenen Kaltenkirchener Lehrkräften nicht gewährleistet werden konnte. So mußten Kollegen tage- oder stundenweise nach Kaltenkirchen fahren, um hier Unterricht zu erteilen. Die Jürgen-Fuhlendorf-Schule bestand damit aus drei auseinander liegenden Komplexen: dem Hauptge­bäude in Bad Bramstedt, den Pavillons am Düsternhoop und der neuen Zweigstelle in Kaltenkirchen, die immerhin 14 Kilometer von Bad Bramstedt entfernt lag. So war eine außerordentlich komplizierte Planungsarbeit nötig, um die Lehrerversorgung an den drei Stellen zu gewährleisten und die Belastung für die betroffenen Lehrer so gering wie möglich zu halten. Sie blieb ohnehin groß genug.
Einen Höhepunkt erreichte damals die Raumnot für den naturwissenschaft­lichen Unterricht durch die inzwischen herangewachsenen starken Jahr­gänge, die nun die Oberstufe besuchten. Sie mußten sich noch immer mit zwei naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen im Hauptgebäude begnü­gen. Ebenso war der Sportunterricht nur mit größten Improvisationen mög­lich, da für alle Schüler der Jürgen-Fuhlendorf-Schule nur die Meine Halle gegenüber dem Hauptgebäude am Bahnhof zur Verfügung stand, die der Bramstedter Turnerschaft gehörte. So mußten neben dem Schulhof der Radweg am Bahnhof und der Badesteig, also öffentliche Straßen und Wege, zu Hilfe genommen werden, um den Sportunterricht einigermaßen durch­führen zu können. Erstaunlich ist, daß dabei noch zum Teil beachtliche sportliche Leistungen erzielt wurden. Neben Siegen auf Kreis- und Landes­ebene, die vor allem in verschiedenen Turnieren bei Spielen erreicht wur­den, war der vierte Platz unserer Mädchenmannschaft im Finale des Wettbe­werbs „Jugend trainiert für Olympia“ im September 1969 in Berlin ein besonderer Erfolg, der sogar 1970 wiederholt werden konnte. Hierbei muß allerdings betont werden, daß diese Erfolge zu einem guten Teil der Arbeit der Sportvereine der Stadt Bad Bramstedt mit zu verdanken sind.
Die Lösung aller genannten Schwierigkeiten konnte nur durch den nun schon fast ein Jahrzehnt geplanten Neubau erreicht werden. Die Hoffnung von Eltern, Lehrern und Schülern richtete sich auf dieses Ziel, und man erwartete in dieser Zeit fast täglich das Zeichen zum Baubeginn, der späte­stens im Herbst 1970 liegen sollte.
Daher erfaßte alle Beteiligten große Enttäuschung und Erregung, als zu Beginn des Schuljahres 1970 / 7l bekannt wurde, daß eine weitere Verschie­bung des Baubeginns auf das nächste Frühjahr 1971 hingenommen werden müsse. In dieser Situation schlössen sich Lehrerkollegium, Eltern- und Schülerschaft zusammen, um die unhaltbaren Zustände an der Schule end­lich zu beenden und den Beginn des Neubaus möglichst umgehend herbei­zuführen. Es wurde ein Aktionsausschuß gegründet, dem Vertreter der drei am Schulleben beteiligten Gruppen angehörten. Schriftliche Eingaben, Verhandlungen in Kiel und ein Gespräch mit dem Ministerpräsidenten in Bad Bramstedt, die der Aktionsausschuß führte, brachten dann den gewünschten Erfolg. Am 12. November 1970 traf ein Telegramm des dama­ligen Ministerpräsidenten Dr. Lemke ein, in dem er die sofortige Baufrei­gabe mitteilte und die Fertigstellung für das Frühjahr 1972 in Aussicht stellte. Am 19. November begannen bereits die Erdarbeiten auf dem Ge­lände Düsternhoop, das in der Zwischenzeit in Eigenhilfe als Behelfssport­platz hergerichtet und genutzt worden war. Nach kurzer Winterpause gin­gen die Arbeiten im Frühjahr 1971 zügig weiter.
Bis zur tatsächlichen Fertigstellung des neuen Schulgebäudes mit der Turnhalle wurden zur Erleichterung der Schularbeit eine Reihe von So­fortmaßnahmen wirksam: Gegenüber dem Hauptgebäude Am Bahnhof wurden drei Schulbaracken mit sechs großen Klassenräumen aufgestellt, für die zwischen den Pavillons und dem Hauptgebäude pendelnden Schüler wurde ein Schulbus gemietet, und den zwischen den Gebäudekomplexen pendelnden Lehrern wurden Stundennachlaß oder finanzielle Entschädi­gungen zugebilligt.
So begann sich im Laufe des Jahres 1971 die Situation fühlbar zu entspan­nen. Durch den geschlossenen Einsatz von Eltern, Lehrern und Schülern war nun die größte Krise in der Geschichte der Jürgen-Fuhlendorf-Schule gemeistert. Hier gebührt den damaligen Vorsitzenden des Elternbeirats, Herrn Kurt Schmidt, und seinem Stellvertreter, Herrn Dr. Norbert Dettmer, noch einmal besonderer Dank. Ohne ihren energischen und unermüd­lichen Einsatz hätten die damals so schwierigen Probleme sicher nicht so schnell gelöst werden können. Die Aktivitäten für den Schulneubau waren aber auch ein Zeichen für die harmonische Zusammenarbeit aller am Schulleben Beteiligten.
Das Schuljahr 1971/72 stellt den Übergang zu unserer heutigen Schulsitua­tion im allgemeinen dar:
Zu Beginn des Schuljahres 1971 / 72 wurde - wie in allen Schulen des Landes - auch bei uns die Orientierungsstufe eingeführt. Das bedeutet, daß die Schüler der vierten Klasse der Grundschule zunächst nach dem Willen der Eltern und ohne jede Übergangsprüfung für die folgenden zwei Jahre die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium besuchen können. Ein Gutachten der Grundschule soll es den Eltern erleichtern, für ihre Kin­der die richtige Entscheidung zu treffen. Während der nun folgenden zwei Jahre soll die Eignung der Schüler für einen der drei Schultypen von den unterrichtenden Lehrern festgestellt werden. Bei Nichteignung für das Gymnasium oder die Realschule können die betroffenen Schüler auch gegen den Willen der Eltern „schrägversetzt“ werden, d. h. sie können bei Nichterreichen des Klassenziels vom Gymnasium auf die Real- oder Haupt­schule, von der Realschule auf die Hauptschule zurückversetzt werden, ohne aber dabei ein Schuljahr zu verlieren. Ebenso können Schüler, deren Eignung für die weiterführenden Schulen sich herausstellt, mit Einver­ständnis der Eltern auf die Realschule oder das Gymnasium wechseln.
Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Zweigstelle Kaltenkirchen durch Erlaß vom 28. April 1971 zum Gymnasium i. E. (im Entstehen) erklärt und damit selbständig. Die Leitung behielt Studiendirektor Friedrich Schneider. Am 22. Oktober 1971 fand das Richtfest des Neubaus des Bramstedter Gymnasiums am Düsternhoop statt.
Nach langen, z. T. kontrovers geführten Diskussionen wurde durch Konferenzbeschluß vom 27. Januar 1972 mit knapper Mehrheit die Einführung der Studienstufe an der Jürgen-Fuhlendorf-Schule mit dem Schuljahresbeginn 1972 / 73 beschlossen. Der Schulelternbeirat stimmte der Einfüh­rung der Studienstufe auf seiner Sitzung vom 7. März 1972 nahezu einstimmig zu.
Inzwischen gingen die Bauarbeiten am Neubau weiter, so daß zu Beginn des neuen Schuljahres mit der Aufnahme des Unterrichts in den neuen Ge­bäuden gerechnet werden konnte.
Am 1. August 1972 trat der damalige Stellvertreter des Schulleiters, Studiendirektor Alfred Zylka, der bis dahin für die Schulorganisation ver­antwortlich gewesen war, in den Ruhestand. An seine Stelle trat Studien­direktor Hans Wilhelm Meyer.
Am 1. September schied der Schulleiter selbst aus dem Dienst aus und trat in den Ruhestand, so daß mit dem Beginn des Schuljahres 1972 / 73 auch hier ein Neubeginn bevorstand.
Schließlich vollzog sich seit der Einrichtung des Gymnasiums in Kaltenkirchen in dieser Zeit auch eine einschneidende Veränderung im Einzugs­gebiet der Jürgen-Fuhlendorf-Schule. Während aus dem Gebiet südlich der Stadt nur noch einige Oberstufenschüler das Bad Bramstedter Gymnasium besuchten, die meisten anderen dagegen schon das Gymnasium Kaltenkirchen, entwickelte sich zunehmend der Osten des Kreises Steinburg mit den Orten Kellinghusen und Wrist zum Einzugsgebiet der Schule. Während 1963 nur etwa 6% der Schülerschaft aus Kellinghusen gekommen waren, waren es zu Beginn des Schuljahres 1972/73 etwa 22% (126 Schüler aus Kellinghusen und 18 aus Wrist). Damit wurde es nötig, für die auswärtigen Schüler einen eigenen Bushalteplatz auf dem Schulgelände einzurichten, so daß die Schüler bis unmittelbar an die Schule fahren können.

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Jürgen-Fuhlendorf-Schule

Düsternhoop 48
24576 Bad Bramstedt

Tel. 04192/879630
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